... unter die Lupe genommen: das Förderlexikon

Nachdem die "Fördersprache" oft recht kompliziert erscheint, werden die wichtigsten Begriffe kurz erläutert.

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A
Anerkennungsstichtag
Der Anerkennungsstichtag ist grundsätzlich jener Tag, an dem Ihre Förderungsanfrage oder Ihr Förderungsantrag bei der Förderungseinrichtung nachweislich (über Antragsformular - per Post, Fax oder Online) einlangt. Nur jene Projektkosten, die ab diesem Tag anfallen, sind förderungsfähig.

Förderungen von regionalen Investitionsbeihilfen (insbesondere für Große Unternehmen, unter gewissen Voraussetzungen auch für KMU) können nur gewährt werden, wenn der (die) Förderungswerber(in) vor Beginn der Arbeiten an dem Förderprojekt einen Förderantrag gestellt und die zuständige Förderstelle schriftlich bestätigt hat, dass das Vorhaben - vorbehaltlich einer Detailprüfung - grundsätzlich die in der Regelung vorgesehenen Förderkriterien erfüllt.

Beginnen die Arbeiten, bevor die in diesem Artikel festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind, kommt das gesamte Vorhaben nicht für eine Regionalförderung in Betracht.

B
Bruttosubventionsäquivalent (BSÄ)
Das Bruttosubventionsäquivalent ist der Nennwert der  gewährten Beihilfe (der bei Zinszuschüssen diskontiert werden muss), ausgedrückt als Prozentsatz der gesamten beihilfefähigen Projektkosten.

Barwert
Das EU-Wettbewerbsrecht verlangt die Umrechnung jeder Förderung in ihren Wert bezogen auf den Zeitpunkt des Beginnes des geförderten Projektes. Dieser rechnerische Wert heißt Förderungs-Barwert oder (Brutto-) Subventionsäquivalent.

Barzuschuss
Im Gegensatz zum Förderungskredit muss der Barzuschuss nicht zurückgezahlt werden.

Beihilfe
Darunter versteht das EU-Wettbewerbsrecht Zuwendungen, die einen Transfer staatlicher Mittel beinhalten, die für den Empfänger mit einem wirtschaftlichen Vorteil verbunden sind, die selektiv sind und somit das Gleichgewicht zwischen Unternehmen und ihren Mitbewerbern in Frage stellen und die geeignet sind, sich auf den Wettbewerb bzw. den Handel zwischen Mitgliederstaaten auszuwirken.

C
Cluster
Cluster sind Netzwerke zur Stärkung der Innovationskraft und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der an diesem Cluster beteiligten Unternehmen in bestimmten Bereichen (zB Holzcluster, Autocluster, etc.)

D
De-Minimis
Beihilfen beziehungsweise Subventionen eines EU-Mitgliedstaates an ein Unternehmen bedürfen der Genehmigung durch die Europäische Kommission, wenn sie sich wettbewerbsverzerrend auswirken können. De-minimis-Beihilfen sind jedoch Beihilfen, die von einem Mitgliedstaat an ein Unternehmen vergeben werden dürfen und deren Betrag als geringfügig anzusehen ist. Folglich sind sie von der Anwendung der Wettbewerbsregeln ausgenommen. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Gesamtbetrag aller "de-minimis"-Beihilfen an ein Unternehmen max. 200.000,- Euro innerhalb von drei Jahren ab der ersten Beihilfengewährung beträgt. Die "de- minimis"-Beihilfen sämtlicher nationaler Förderungsstellen werden dabei berücksichtigt.

Durchführungszeitraum
Zeitraum zwischen dem Beginn des Projektes und der Bezahlung der letzten dazugehörigen Rechnung.

E
EFRE
Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung; stellt EU-Förderungen in bestimmten Gebieten (Strukturfondsgebiete) zur Verfügung. Diese EU-Förderungen werden in Operationellen Programmen festgelegt.

ELER
Europäischer Landwirtschaftsfonds; vergibt EU-Zuschüsse für die österreichische Landwirtschaft.

ERP
European Recovery Programm, im Rahmen des Marshallplanes zum Wiederaufbau Europas nach dem 2. Weltkrieg zur Verfügung gestellte Mittel. Der ERP-Fonds fungiert mittlerweile als eigene Förderstelle.

ESF
Europäischer Sozialfonds; stellt Finanzierungshilfen für Projekte in den Bereichen Berufsausbildung, berufliche Umstellung und Schaffung von Arbeitsplätzen zur Verfügung.

EU-Strukturfonds
EFRE, ESF und Kohäsionsfonds sind spezielle Fonds der Europäischen Union um regionale und soziale Unterschiede auszugleichen.

EU-Wettbewerbsrecht
Rechtsgrundlage, die Schwerpunkte und Ausmaß der Wirtschaftsförderungen in EU-Mitgliederstaaten regelt.

EzP
Ergänzung um Operationellen Programm (OP)

F
Förderungsart
Förderungen können Sie auf folgende Weise erhalten: Barzuschuss, Zinsenzuschuss, Förderungskredit (=zinsgünstiger Kredit), Haftungsübernahmen (Bürgschaft oder Garantie bei riskanten Projekten).

förderungsfähige Kosten
Das sind all jene Kosten Ihres Projektes, die entsprechend den jeweiligen Förderungsrichtlinien anerkannt werden. Nicht alle Kosten Ihres Projektes müssen förderungsfähig sein, um eine Förderung beantragen zu können.

Förderungsintensität
Mit Förderungsintensität wird der Prozentsatz der Förderung bezeichnet, wobei dafür jeweils durch das Wettbewerbsrecht definierte Höchstgrenzen zu beachten sind.

G
Gemeinschaftsrahmen
Leitlinien der Europäischen Kommission um das EU-Wettbewerbsrecht zu präzisieren. Diese Leitlinien werden im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und sind Grundlage für die wettbewerbsrechtliche Genehmigung von Beihilfen durch die Europäische Kommission.

Große Investitionsvorhaben
Nach den Leitlinien für Staatliche Beihilfen mit regionaler Zielsetzung sind Projekte, die ein Projektvolumen über 50 Mio. EUR aufweisen, sogenannte große Investitionsvorhaben. In diesem Fall gelten geringere als die allgemein vereinbarten wettbewerbsrechtlichen Höchstgrenzen.

H

I

J

K
KMU
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die Sammelbezeichnung für Unternehmen, die definierte Grenzen hinsichtlich Beschäftigtenzahl, Umsatzerlös oder Bilanzsumme nicht überschreiten.
Unternehmen, die die Größenordnungen überschreiten, heißen Großunternehmen und zählen damit nicht zu den kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Kommission der Europäischen Union empfiehlt folgende Definition:

  • Mittlere Unternehmen:
    < 250 Beschäftigte und 50 Mio. € Umsatzerlös oder
    43 Mio. € Bilanzsumme
  • Kleine Unternehmen:
    < 50 Beschäftigte und ≤ 10 Mio. € Umsatzerlös oder
    ≤ 10 Mio. € Bilanzsumme
  • Kleinstunternehmen:
    < 10 Beschäftigte und ≤ 2 Mio. € Umsatzerlös oder
    ≤ 2 Mio. € Bilanzsumme

Achtung: Finanz- und Mitarbeiterdaten von Partnerunter-
nehmern (ab 25 % Beteiligung) und/oder verbundenen Unternehmern (ab 50 % Beteiligung) fließen in die Berechnung der Schwellenwerte ein.

Kofinanzierung (auch EU-Kofinanzierung)
Neben nationalen Förderungsrichtlinien (zB Burgenländische Wirtschaftsförderung, etc.) werden Förderungen parallel durch die Europäische Union mitfinanziert (=kofinanziert). Die Abwicklung erfolgt über die nationale Förderungseinrichtung.

Kompetenzzentrum
Das Ziel eines Kompetenzzentrums liegt in der Erhöhung der Standortattraktivität im Bereich Forschung und Technologie sowie in Bildung und Verbreitung von clusterspezifischem Wissen auf das betriebliche Umfeld.

Kumulierung
Addition aller für ein Projekt bewilligter Förderungen.

L

M

N
Notifizierung
Genehmigung einer Förderung durch die Aufsichtsbehörde in Brüssel gemäß dem EU-Wettbewerbsrecht.

O
Operationelles Programm (OP)
Das Operationelle Programm "Phasing Out Burgenland 2007 - 2013 EFRE" legt die arbeitsmarktpolitischen (Beschäftigung und Qualifizierung) Ziele und die Finanzmittel für die Förderung von Personen/Projekten im Burgenland fest.

P

Q

R
Referenzzinssatz
Durchschnittlicher Markt-Zinssatz, der zur Berechnung des Barwertes herangezogen wird. Der EU-Referenz-Zinssatz wird in regelmäßigen Abständen von der EU-Kommission festgelegt.

Regionalförderung
Förderungen, die ausschließlich Unternehmen mit Investitionsstandort im Regional-Förderungs-Gebieten erhalten können.

Regionalförderungsgebiet
Aus regionalpolitischen Überlegungen werden bestimmte Gebiete innerhalb der Europäischen Union mit überdurchschnittlichen Förderungsintensitäten gefördert.

Richtlinie
Förderungen beruhen auf festgelegten Bestimmungen. Diese Bestimmungen (Richtlinien) entsprechen dem EU-Wettbewerbsrecht.

Risikokapital
Bei Risikokapital handelt es sich um eine "Kapitalbereitstellung auf Zeit" (in der Regel zwei bis sieben Jahre), wobei der Financier dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung stellt und dafür einen Anteil am Unternehmen erhält. Das Bestreben von Unternehmen und Investor ist darauf ausgerichtet, eine höchtsmögliche Wertsteigerung für das Unternehmen herbeizuführen und somit eine attraktive Rendite zu erzielen.

S

Sensibler Sektor
Unternehmen der Kunstfaser-Industrie, Kfz-Industrie, Eisen- und Stahl-Industrie sowie des Schiffbaus sind mit wirtschaftlichen Besonderheiten belastet und werden daher nach den Sondervorschriften des EU-Wettbewerbsrechts behandelt.

Subsidiaritätsprinzip
Förderungen der Europäischen Union werden nur als Anschlussförderung zu nationalen (zB österreichischen) Landes- und Bundesförderungen vergeben.

T
Technologiesprung
Einführung völlig neuer Technologien oder Technologiefelder im Unternehmen

Technologietransfer
Weitergabe von technischem Wissen (zB Forschungs- und Entwicklungsergebnisse) für die Anwendung im Produktionsprozess sowie Austausch von Forschungsergebnissen zwischen Forschungsinstituten und Industrieunternehmen.

U

V

Verantwortliche Förderungsstelle
Zur Umsetzung der einzelnen Aktivitäten zu den Förderungsprogrammen der Europäischen Union gibt es verantwortliche Förderungs-Einrichtungen (zB WiBAG, Amt der burgenländische Landesregierung, ERP-Fonds, Kommunalkredit Public Consulting, etc.), die als verantwortliche Förderstelle bezeichnet wird.

W
Wettbewerbskulisse
Nach den Bestimmungen des EG-Vertrages ist die Europäische Union ermächtigt, in jedem Mitgliedsstaat sogenannte Wettbewerbskulissen festzulegen. In diesen Gebieten dürfen unter erleichterten wettbewerbsrechtlichen Bedingungen staatliche Beihilfen an Unternehmen vergeben werden (zB höhere Fördersätze an kleinere und mittlere Betriebe, Investitionsbeihilfen an große Unternehmen).

X

Y

Z
Zielgruppe
Als Zielgruppe werden jene Unternehmen bezeichnet, welche mit einer bestimmten Förderungsaktion angesprochen werden sollen. Je nach Förderungsprogramm können unterschiedliche Definitionen zur Anwendung kommen.

Zuschuss
Der Zuschuss unterteilt sich in folgende Förderungsarten: Bar-Zuschuss, Zinsenzuschuss.